14.05.2026

Psychoakustik bei der PC-Kühlung: europäisches Patent für die Fluctus-Technologie

Patented design of the ENDORFY Fluctus fans

Bevor die gezackte Flügelkante ihren Weg in die Serienversion des Fluctus fand, durchlief sie mehrjährige Tests – verschiedene Geometrie-Varianten, Messungen auf dem Prüfstand und die Überprüfung, wie sich Winkel und Tiefe der Kerben gleichzeitig auf den Luftstrom und auf die Wahrnehmung des Klangs durch das menschliche Ohr auswirken. Das sind zwei Parameter, die sich normalerweise gegenseitig ausschließen – leicht lässt sich der eine auf Kosten des anderen verbessern, deutlich schwerer ist es, einen Kompromiss zu finden, der auch messtechnisch überzeugt.

Genau mit diesem Problem hat sich unser R&D-Team jahrelang beschäftigt – im polnischen Sokołów bei Warschau. Das Ergebnis aus Forschung, Prototypen und zahlreichen Experimenten ist die Technologie, die in den Fluctus-Lüftern zum Einsatz kommt. Ihre Innovationskraft wurde nun vom Europäischen Patentamt bestätigt – am 13. Mai 2026 haben wir offiziell das Patent EP4314569 für die Erfindung „Axial fan with serrated blade leading edges" erhalten, also einen Axiallüfter mit gezackten Anströmkanten der Flügel. Das bedeutet, dass die in der Patentschrift beschriebene Lösung nun europäischen Rechtsschutz genießt. Die charakteristische Flügelgeometrie ist damit nicht nur ein Designelement, sondern Teil einer geschützten technischen Lösung.

„Das europäische Patent ist die Krönung vieler Jahre gemeinsamer Arbeit: Hunderter Tests, weiterer Prototypen und der ständigen Suche nach besseren Lösungen. Möglich wurde das durch das Vertrauen und den Einsatz des gesamten Teams in jeder Phase des Projekts. Wir sehen dieses Dokument nicht nur als Auszeichnung für das bereits Erreichte. Es ist auch ein Ausgangspunkt, um die von uns entwickelte Technologie, die wir heute wirksam schützen können, weiter auszubauen und breiter einzusetzen."

— Piotr Pietras, Chief Product Officer Components, ENDORFY

Ein Klang, den man nicht ignorieren kann

Wer schon einmal mehrere Stunden an einem stark ausgelasteten PC verbracht hat, kennt diesen Effekt. Die Temperaturen liegen im grünen Bereich, die Lüfter arbeiten genau nach der eingestellten Kurve – und trotzdem beginnt der gleichbleibende Ton nach einer Weile zu nerven.

Laut muss er dafür gar nicht sein. Er fällt einfach auf.

Die klassische Geräuschmessung beschreibt den Schalldruckpegel. Sie ist notwendig, erklärt aber nicht die gesamte Wahrnehmung des Nutzers. Ohr und Gehirn nehmen nicht alle Frequenzen gleich wahr. Zwei Geräusche mit ähnlichem Messwert können sich also in ihrer gefühlten Lästigkeit deutlich unterscheiden. Genau damit beschäftigt sich die Psychoakustik: Sie untersucht, wie Menschen Klang tatsächlich wahrnehmen. Entscheidend sind nicht nur die Lautstärke, sondern auch das Spektrum, die Tonhöhe, die Variabilität sowie die Frage, ob sich ein Geräusch leicht in den Hintergrund einfügt oder sich davon abhebt.

Genau deshalb war es nicht das Ziel unseres Teams, lediglich den in der Tabelle verzeichneten Wert zu senken. Es ging darum, den Klang des Lüfters so zu formen, dass er beim Spielen, Arbeiten und bei mehrstündigen Sessions weniger „auffällig" ist.

Wie funktionieren die Zacken des Fluctus-Lüfters?

Die rotierenden Lüfterflügel erzeugen Luftwirbel – und diese wiederum deutliche, sich wiederholende Töne bestimmter Frequenz. Genau diese einzelnen, scharfen Töne – und nicht die Lautstärke in Dezibel allein – sind der Grund, warum manche Lüfter selbst bei relativ niedriger Drehzahl „im Kopf bohren".

Die Lösung, die wir gemeinsam mit dem Team von Synergy Cooling entwickelt haben, ist eine spezielle Zackengeometrie an der Anströmkante des Flügels. Statt einer glatten Kante trifft die Luft auf feine, sich wiederholende Einkerbungen. Diese brechen die entstehenden Wirbel auf, sodass kein ausgeprägter, störender Ton entsteht. Stattdessen entsteht ein gleichmäßigeres Breitbandrauschen, das vom menschlichen Gehör als sanfter und weniger belastend wahrgenommen wird.

Im Diagramm, das Fluctus mit einer klassischen Konstruktion vergleicht, sind deutlich weniger ausgeprägte Spitzen im Klangspektrum zu erkennen. Es geht um eine reale Veränderung im Klangcharakter des Lüfters: die Reduzierung jener Töne, die am meisten auffallen. Ein solcher Klang fügt sich leichter in den Hintergrund ein und stört bei langer Computernutzung weniger.

Der reine Dezibelwert beschreibt nicht den gesamten Charakter eines Klangs. Zwei Lüfter mit ähnlichem Schalldruckpegel können völlig unterschiedlich wahrgenommen werden – Fluctus als der ruhigere, weil er weniger auffällt und leichter zu überhören ist.

Was gewinnen Sie vor dem PC?

Vor allem Komfort bei Arbeit und Unterhaltung – besonders bei längeren Sessions.

Beim Spielen kühlt der Lüfter die Komponenten, ohne dem Hintergrund einen leicht erkennbaren, gleichbleibenden Ton hinzuzufügen. Beim Rendern, Kompilieren oder Video-Export wird das Geräusch des PCs weniger ermüdend. In einem ruhigen Raum tritt sein Rauschen leichter in den Hintergrund.

Das ist besonders dort relevant, wo der Lüfter gegen Widerstand arbeiten muss: an einem dichten Radiator, einem Wasserkühler, hinter einem Staubfilter oder in einem Gehäuse mit eingeschränkterem Lufteinlass. Denn Fluctus wurde genau für solche anspruchsvollen Bedingungen entwickelt. Die Konstruktion soll den hohen Luftstrom und statischen Druck liefern, die nötig sind, um die Luft durch restriktive Systemkomponenten zu drücken. Die gezackten Flügel sind also kein Weg, die Akustik auf Kosten der Kühlung zu verbessern. Ihre Aufgabe ist es, effizienten Lufttransport mit besserem akustischem Komfort zu verbinden.

Der Fluctus-Lüfter ist mehr als nur die Form der Flügel

Das europäische Patent bestätigt, dass die charakteristische Geometrie kein Stilelement und keine bloße Marketingbezeichnung ist. Dass die jahrelange Arbeit unseres F&E-Teams Sinn ergeben hat. Das Patent bestätigt ihr Ergebnis lediglich formal und schafft die Grundlage für die weitere Entwicklung des eigenen Know-hows.

Hinter dem Erfolg des Fluctus-Lüfters steht selbstverständlich mehr als nur die patentierte Flügeltechnologie. Sie ist zweifellos das wichtigste Unterscheidungsmerkmal, doch ohne die sorgfältig ausgearbeiteten übrigen Konstruktionselemente wären solche Ergebnisse nicht erreichbar gewesen.

Der Rahmen wurde so gestaltet, dass unerwünschte Turbulenzen reduziert werden. Integrierte Antivibrationselemente verringern die Übertragung von Vibrationen auf Gehäuse oder Radiator, und ein robustes FDB-Lager sorgt für einen langjährigen (und leisen) Betrieb. Die PWM-Steuerung ermöglicht es, die Drehzahl an die Systemtemperatur anzupassen, und die Fan-Stop-Funktion erlaubt ein vollständiges Anhalten des Lüfters bei ausreichend niedrigem Steuersignal. Und das alles mit sage und schreibe sechs Jahren Garantie!

Die Fluctus-Lüfter wurden international anerkannt, was positive Testberichte, Auszeichnungen und unabhängige Cybenetics-Zertifikate bestätigen. Der Fluctus 120 PWM erhielt die Bewertung Airflow Titanium und Static Pressure Gold, die 140er-Version Airflow Platinum und Static Pressure Gold. Diese Zertifikate bestätigen, dass die Konstruktion eine hohe Effizienz bei Luftstrom und statischem Druck beibehält.

Patent und unabhängige Zertifikate sind der beste Beweis dafür, dass die in die Form dieses Flügels investierte Arbeit sich tatsächlich in einen messbaren Vorteil übersetzt – sowohl bei der Leistung als auch bei der Akustik.

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