Auf einem Netzteil können 300 W, 550 W oder 1000 W stehen. Solange wir nicht wissen, wie viel Leistung der Computer tatsächlich braucht, sagt uns diese Zahl wenig.
Am einfachsten gehst du so vor:
- Liste deine PC-Komponenten auf, vor allem Prozessor und Grafikkarte, aber auch Laufwerke, Arbeitsspeicher, Lüfter und Kühlung.
- Gib deine Konfiguration in ein Tool zur Schätzung der Leistungsaufnahme ein, zum Beispiel Newegg Power Supply Calculator oder PCPartPicker.
- Plane eine Leistungsreserve ein. Etwa 20–30 % über dem geschätzten maximalen Bedarf sind ein sinnvoller Ausgangspunkt.
Bei Newegg kannst du unter anderem CPU, Mainboard, GPU, RAM und Laufwerke berücksichtigen. Nach Eingabe der Konfiguration schlägt das Tool eine Netzteilleistung vor. Auch PCPartPicker zeigt dir beim Zusammenstellen eines Systems dessen geschätzten Leistungsbedarf an.
Das bleibt eine Schätzung. Die tatsächliche Leistungsaufnahme eines konkreten Systems zeigt erst eine Messung. Für die Wahl der passenden Leistungsklasse reicht dieser Wert als Ausgangspunkt aber völlig aus.
Wozu die Reserve? Weil es sich später rächen kann, wenn du das Netzteil zu knapp dimensionierst. Eine Reserve im unteren bis mittleren zweistelligen Prozentbereich gibt dir mehr Spielraum bei kurzzeitigen Lastspitzen und späteren Aufrüstungen.
Es gibt keine Leistung, die zu jedem Computer passt. Ein einfaches System ohne leistungsstarke Grafikkarte benötigt vielleicht einige Hundert Watt, während ein sehr leistungsfähiger PC mit Spitzen-GPU in einer ganz anderen Liga spielt. NVIDIA nennt beispielsweise 850 W als erforderliche Systemleistung für die RTX 5080 im Referenzdesign und 1000 W für die RTX 5090. Das zeigt gut, warum 850–1000 W bei besonders leistungsstarken Systemen sinnvoll sind, aber keine Universallösung für jeden PC darstellen.
Passt jedes Netzteil in jeden Computer?
Nein. Die Leistung eines Netzteils kann genau passen und trotzdem kann es die falsche Wahl für ein bestimmtes System sein. Es kann zu lang sein, die falschen Kabel oder zu wenige EPS-Anschlüsse haben. Deshalb prüfen wir die Kompatibilität gesondert und nicht nur nebenbei.
Zwei als ATX bezeichnete Netzteile müssen keineswegs gleich lang sein. Breite und Höhe dieses Formfaktors sind standardisiert, das Netzteil selbst kann aber länger ausfallen. In kleineren Gehäusen oder wenn direkt vor dem Netzteil ein Laufwerkskäfig sitzt, können ein paar Zentimeter den Unterschied machen.
Dazu kommen die Kabel. Aktuelle Grafikkarten benötigen unter Umständen andere Anschlüsse als ältere Modelle. Deshalb solltest du vor dem Kauf die Anforderungen der GPU mit den Netzteilspezifikationen vergleichen. Bei neueren Konstruktionen begegnen dir unter anderem 12VHPWR und dessen Nachfolger 12V-2x6.
Prüfe auch die Stromversorgung des Prozessors. Manche Mainboards haben mehr als eine EPS-Buchse mit 4+4 Pins. Das weißt du besser vor dem Kauf und nicht erst, wenn schon alles auf dem Schreibtisch liegt. Hier hilft uns der Rechner nicht mehr weiter. Er kann die Wattzahlen wunderbar addieren, prüft aber nicht, ob wir tatsächlich zwei EPS-Anschlüsse für das Mainboard haben oder ob das Netzteil das richtige GPU-Kabel mitbringt.

Wenn du also überlegst, wie du ein Netzteil auf deinen Computer abstimmst, höre nicht bei „650 W sollten reichen, das wird schon irgendwie“ auf.
Wie berechnest du die benötigte Netzteilleistung?
Wenn du bei Google „PC-Netzteil Rechner“ eingibst, bist du auf dem richtigen Weg. Du kannst den Bedarf von Hand berechnen, aber Tools wie Newegg Power Supply Calculator oder PCPartPicker helfen dir, den Bedarf der Komponenten schneller zusammenzutragen und einen sinnvollen Anhaltspunkt zu bekommen.
Prozessor und Grafikkarte haben meist den größten Anteil an der Leistungsaufnahme. Dazu kommen Mainboard, RAM, Laufwerke, Lüfter, die Pumpe einer Wasserkühlung, Erweiterungskarten und weitere Geräte, die der Computer mit Strom versorgt.
Dabei gibt es eine kleine Falle: Die TDP ist nicht immer mit der maximalen Leistungsaufnahme gleichzusetzen. Gibt der Hersteller ein separates Leistungslimit an oder liegen verlässliche Messwerte aus Tests vor, solltest du deine Berechnungen besser darauf stützen.
Bei Newegg wählst du die einzelnen Komponenten deiner Konfiguration aus und erhältst darauf basierend eine Empfehlung für die Netzteilleistung. PCPartPicker funktioniert etwas anders: Während du deine Teileliste zusammenstellst, zeigt das Tool laufend die Estimated Wattage an, also die geschätzte Leistungsaufnahme des zusammengestellten Systems.
Du kannst dich also an einem einfachen Schema orientieren:
Leistungsbedarf von CPU + GPU + übrigen Komponenten + Leistungsreserve
Behandle diese Formel aber nicht wie eine Schulgleichung, bei der ein Ergebnis von 612 W automatisch den Kauf eines 650-W-Netzteils bedeutet. Komponenten nehmen nicht ständig gleich viel Leistung auf, und die Art ihrer Belastung verändert sich. Außerdem beziehen sich die Empfehlungen der Grafikkartenhersteller meist auf eine bestimmte Testkonfiguration.
Bei der Wahl der Leistung solltest du deshalb drei Dinge gegenüberstellen: das Ergebnis des Rechners, die Empfehlung des GPU-Herstellers und die tatsächliche Ausrichtung deiner Konfiguration. Wenn du später die Grafikkarte oder den Prozessor austauschen möchtest, ist zusätzliche Reserve ebenfalls sinnvoll.
Laut NVIDIA hat die RTX 5080 beispielsweise eine Gesamtleistungsaufnahme der GPU von 360 W, während die empfohlene Netzteilleistung 850 W beträgt. Bei der RTX 5090 liegen diese Werte bei 575 W beziehungsweise 1000 W.
Das beantwortet auch die Frage „Wie viel Watt braucht mein PC-Netzteil?“. So viel, wie sich aus dem konkreten System ergibt. 750 W sind nicht immer „viel“, und 1000 W sind nicht immer übertrieben.
Woran erkennst du ein hochwertiges Netzteil?
Allein „850 W“ auf dem Etikett sagt uns eigentlich wenig. Ein Netzteil kann die passende Leistung haben und trotzdem ein Modell sein, an das wir keine teure GPU anschließen möchten.
Jahrelang war das 80 PLUS®-Zertifikat die bekannteste Kennzeichnung auf Netzteilen. Es ist natürlich weiterhin eine sehr hilfreiche Information. Sich darauf zu beschränken, wäre aber so, als würdest du einen Monitor nur nach seiner Bildwiederholrate beurteilen. Wir wissen etwas Wichtiges, aber noch längst nicht alles.
80 PLUS® klassifiziert Netzteile in erster Linie nach ihrer Energieeffizienz bei festgelegten Laststufen. Bronze, Silver, Gold, Platinum und Titanium sagen somit viel über die Effizienz aus, sind aber kein vollständiger Qualitätstest des gesamten Netzteils.
Deshalb lohnt sich auch ein Blick auf Tests und Zertifikate von Cybenetics. ETA liefert ein deutlich breiteres Bild der Effizienz unter verschiedenen Lastbedingungen, während LAMBDA die Geräuschentwicklung bewertet. So erhalten wir einfach mehr Daten darüber, wie sich ein Netzteil in der Praxis verhält.
Im ETA-Programm wird die Effizienz bei mehr als 1450 Lastkombinationen untersucht. Durch Interpolation können daraus rund 25.000 Messpunkte entstehen. Während der Tests werden unter anderem auch Spannungen, Restwelligkeit, Leistungsfaktor, Temperatur und Geräuschpegel erfasst. Für die Ergebnisse vergibt Cybenetics ähnlich wie 80 PLUS® „metallische“ Zertifikate wie Gold oder Platinum.

Dann kommen die Schutzschaltungen:
- OVP – over voltage protection – Überspannungsschutz,
- UVP – under voltage protection – Unterspannungsschutz,
- OPP – over power protection – Überlastschutz,
- OCP – over current protection – Überstromschutz,
- SIP – surge and inrush protection – Schutz vor Spannungsspitzen und Einschaltstrom,
- SCP – short circuit protection – Kurzschlussschutz,
- OTP – over temperature protection – Überhitzungsschutz.
Das sind keine dekorativen Abkürzungen zum Füllen einer Produkttabelle. Es sind Mechanismen, die in einer gefährlichen Situation den Betrieb begrenzen oder das Netzteil abschalten sollen, um Schäden zu vermeiden.
Prüfe bei neueren und stromhungrigeren GPUs, ob das Netzteil den neueren Standards ATX 3.0 oder 3.1 entspricht. Diese Spezifikationen berücksichtigen kurzzeitige Lastspitzen. Das Netzteil wird also auf die sehr hohen Belastungen ausgelegt, die Grafikkarten der neuen Generation verursachen können (und die du vermutlich nicht einmal in deren Spezifikationen findest).
Das bedeutet nicht, dass ein älteres Netzteil automatisch in den Müll gehört. Es hängt von der konkreten Konfiguration und den Eigenschaften des Netzteils ab. Wenn wir allerdings einen neuen PC mit leistungsstarker Grafikkarte zusammenstellen, ist die Einhaltung eines neueren Standards einfach ein sinnvoller Ausgangspunkt.
Bei neueren Konstruktionen kommen außerdem native 12VHPWR- oder 12V-2x6-Kabel hinzu. Ein Adapter ist nicht automatisch das personifizierte Böse. Aber wenn wir die Karte über ein natives Kabel eines geeigneten Netzteils versorgen können, warum sollten wir der Sache noch ein weiteres Teil hinzufügen?
Wenn ein Netzteil auf dem Papier hervorragend aussieht, aber niemand es vernünftig getestet hat, bekommen wir für blindes Vertrauen keine Extrapunkte. Wir suchen Messwerte: Spannungen, Restwelligkeit, Temperaturen, Verhalten unter Last und Lautstärke.
Wenn dir ein leiser Betrieb wichtig ist, prüfe auch das Verhalten des Lüfters. Bei manchen Modellen bleibt er bei geringer Last vollständig stehen. Und ja, ein „nicht laufender“ Lüfter kann eine erwünschte Eigenschaft sein und muss kein Grund zur Panik sein.
Wie wählst du den passenden Netzteil-Formfaktor für dein PC-Gehäuse?
Zuerst die Gehäusespezifikationen, dann das Netzteil. Diese Reihenfolge erspart dir viel Ärger.
In Desktop-PCs ist ATX der gängigste Formfaktor. Standardmäßige ATX-Netzteile sind etwa 150 mm breit und 86 mm hoch, ihre Länge kann aber je nach Konstruktion variieren. Deshalb ist die Angabe „maximale Netzteillänge“ in den Gehäusespezifikationen keine bloße Formalität.
In kleineren Computern kommt auch SFX zum Einsatz. Ein typisches SFX-Netzteil misst 125×63,5×100 mm und benötigt damit deutlich weniger Platz als ein klassisches ATX-Netzteil. Es gibt auch SFX-L, einen ähnlichen Formfaktor wie SFX, allerdings mit längerem Gehäuse. In spezielleren kompakten Konstruktionen kann dir auch TFX begegnen.
Mit der Aussage „Mein Gehäuse unterstützt ATX“ ist es noch nicht getan. Du musst die maximale Netzteillänge, den Platz für die Kabelführung und mögliche Einschränkungen durch Laufwerkskäfige oder andere Bauteile prüfen.
Ein weiteres Detail macht sich meist erst beim Zusammenbau bemerkbar: die Kabellänge. Fehlen in einem großen Gehäuse beim 24-Pin- oder EPS-Kabel ein paar Zentimeter, kann das deine Gaming-Pläne fürs Wochenende gründlich durchkreuzen.

Das gilt auch für modulare Modelle: Abnehmbare Kabel helfen, Ordnung zu halten, aber auch die Buchsen und Stecker brauchen Platz. Drei Zentimeter Unterschied klingen harmlos, bis du daneben noch Kabel und einen Laufwerkskäfig unterbringen möchtest.
Wenn du also überlegst, welches Netzteil du für deinen Desktop-PC wählen solltest, dauert die Prüfung des Formfaktors weniger als eine Minute. Der Versuch, ein Netzteil einzubauen, das sich als ein paar Zentimeter zu lang erweist, dauert dagegen deutlich länger.
Wie wählst du ein Netzteil für deinen Computer?
Die Leistung ist berechnet, die Abmessungen passen und die Kabel ebenfalls. Jetzt bleibt noch zu prüfen, ob das Netzteil selbst eine Konstruktion ist, die wir tatsächlich in diesen Computer einbauen möchten.
Vergleiche das Ergebnis des Rechners mit der Empfehlung des GPU-Herstellers und plane Reserve ein. Prüfe Formfaktor, Netzteillänge, Kabel und Anschlüsse, auch die EPS-Anschlüsse für den Prozessor. Bei einer leistungsstarken neuen Grafikkarte solltest du außerdem den ATX-Standard und ihre Stromversorgung kontrollieren.
Danach folgen Zertifikate, Schutzschaltungen und unabhängige Tests des konkreten Modells. Erst zum Schluss kannst du in Ruhe Dinge wie modulare Verkabelung, Garantiedauer, semipassiven Betrieb oder Preis vergleichen.
Von welcher Marke solltest du ein PC-Netzteil wählen? Die Marke allein ist noch nicht alles: Entscheidend sind das konkrete Modell und seine Testergebnisse. Aber da du uns fragst, haben wir natürlich einen Favoriten. Den kennst du wahrscheinlich, er heißt ENDORFY. ;)
Jetzt aber etwas ernster: Wir gehen dieselbe Checkliste durch. Leistung, Anschlüsse, Formfaktor, Schutzschaltungen und die Ausrichtung des Systems stehen an erster Stelle.
Was kostet ein gutes PC-Netzteil?
Es gibt keine feste Grenze, ab der ein Netzteil plötzlich „gut“ wird. Der Preis steigt mit der Leistung, der Konstruktionsklasse, der Effizienz, der Verkabelung und den Lösungen für neuere Hardware. Dazu kommen Garantie und Geräuschentwicklung.
Am ENDORFY-Portfolio lassen sich die verschiedenen Budgetstufen gut veranschaulichen. Elementum liegt im günstigsten Preissegment, danach folgt Vero, darüber Enduro und schließlich Supremo. Das ist keine Rangliste von „schlecht“ über „gut“ bis „am besten“, sondern es sind unterschiedliche Antworten auf unterschiedliche Anforderungen und Budgets.

Frag deshalb besser nicht „Was kostet ein gutes Netzteil?“, sondern „Was kostet ein passendes Netzteil für meinen Computer?“. Der Unterschied wirkt klein, erspart dir aber viele unsinnige Käufe.
Für ein einfacheres System lohnt sich kein riesiges Netzteil, nur weil es „zukunftssicherer“ wirkt. Andererseits kann es sich später teuer rächen, bei einem Netzteil für eine kostspielige Grafikkarte und einen starken Prozessor ein paar Dutzend Złoty zu sparen.
In der Praxis ergibt ein Budget erst dann Sinn, wenn klar ist, wonach wir suchen. Sonst „sparen“ wir schnell 50 zł beim Netzteil für eine Grafikkarte, die mehrere Tausend kostet, oder kaufen 1000 W für einen Computer, der nie auch nur in die Nähe der halben Leistung kommt. Beides bringt dir höchstens ein Achievement für einen nicht ganz durchdachten Einkauf.
